Hinweis: Englisch ist der Quelltext. Korrekturen an Segel- und Fachbegriffen sind willkommen.
Segelsicherheits-Guides
Notsteuerung
Autopilotausfall und Notsteuerung
Autopilotausfall ist nicht immer Steuerungsausfall. Aber wenn plötzlich ein müder Mensch steuern muss, beginnt das Sicherheitsproblem sofort.
Die erste Aufgabe ist, das Boot zu beruhigen, die Segel zu balancieren und herauszufinden, ob nur die Automatik, der Antrieb oder die Steueranlage selbst ausgefallen ist.
Grundsatz
Mach das Boot steuerbar, bevor du den cleveren Fehler suchst
Wenn der Autopilot stoppt, will man sofort Menüs, Kabel und Fehlercodes prüfen. Zuerst muss das Boot unter Kontrolle sein. Von Hand steuern, wenn möglich, Segel reduzieren, Patenthalsen vermeiden und einen Kurs wählen, der Zeit gibt.
Erste Schritte
- Das Ruder übernehmen und prüfen, dass es das Boot wirklich steuert.
- Segel reduzieren, wenn das Boot überpowert ist oder starke Luvgierigkeit hat.
- Einen sichereren Kurswinkel wählen, der Rollen, Stampfen, Broach-Risiko oder Patenthalsen reduziert.
- Verkehr, Land, Untiefen und Seeraum bedenken, bevor jemand unter Deck geht.
- Crew früh wecken oder rufen. Steuermüdigkeit baut sich schnell auf.
Herausfinden, was ausgefallen ist
- Nur Autopilotsteuerung ausgefallen: Handsteuerung fühlt sich normal an.
- Antriebseinheit ausgefallen: Rad/Pinne funktioniert, aber der Autopilot kann das Ruder nicht bewegen.
- Steueranlage ausgefallen: Rad dreht seltsam, Ruderwirkung ist schwach, blockiert oder weg.
- Strom- oder Sensorfehler: Der Autopilot kann gesund sein, hat aber Spannung, Kurs, Ruderlage oder Netzwerkdaten verloren.
Segelbalance wird der Ersatzautopilot
Ist das Boot balanciert, kann ein müder Skipper mit kleinen Korrekturen steuern. Ist das Boot überlastet, wird jede Welle Arbeit.
- Groß reffen, wenn die Luvgierigkeit schwer ist.
- Vorsegel reduzieren oder wechseln, wenn der Bug herumgezogen wird oder das Boot raumschots stark rollt.
- Traveller bewegen, Groß fieren oder Kurs ändern, um Ruderdruck zu verringern.
- Ein wenig Luvgierigkeit ist nützlich. Viel Luvgierigkeit bedeutet Widerstand, Müdigkeit und Broach-Risiko.
- Leegierigkeit ist gefährlich. Wenn das Boot von selbst abfallen will, müssen Segelplan und Balance korrigiert werden.
Gummileine für sehr kurze Einhand-Momente
Einhand kann es vorkommen, dass der Skipper kurz unter Deck muss: Werkzeug, Kleidung, Karte, Funkgerät oder schnelle Kontrolle. Eine kurze Gummileine, oft bungee cord genannt, kann helfen, wenn sie griffbereit ist.
Die Idee ist nicht, das Ruder hart zu blockieren. Die Idee ist, Rad oder Pinne nahe einer gewählten Stellung mit elastischem Nachgeben zu halten. Wenn eine Welle das Ruder belastet, kann die Steuerung etwas bewegen, statt gegen einen festen Anschlag gehalten zu werden.
Das ist meist schonender für die Steueranlage als eine harte Mittelsperre oder Radbremse wie einen Autopiloten zu benutzen. Es macht auch die sofortige Übernahme leichter.
Eine Gummileine ist nur eine sehr kurze Pausenhilfe, kein Wachgänger und kein Autopilot. Nur nach reduzierter Segelfläche, Verkehrs- und Seeraumcheck und so kurz wie möglich benutzen.
Notpinne
Die Notpinne ist nicht bereit, wenn sie vergraben, korrodiert, ohne Bolzen oder bei Seegang nicht montierbar ist. Sie sollte in ruhigem Wasser getestet werden, bevor sie gebraucht wird.
- Wissen, wo sie liegt und wie sie passt.
- Zugang vor schwerem Wetter freiräumen, wenn Ruderlaste steigen.
- Licht, Werkzeug, Handschuhe und eine Möglichkeit vorbereiten, das Boot beim Montieren in Position zu halten.
- Hohe Kräfte erwarten. Die Notpinne kann Taljen, Leinen oder Crewwechsel brauchen.
Prüfen, was sicher geprüft werden kann
Suche nach losen Steuerseilen, Bewegung am Quadranten, gebrochenen Bolzen, Hydrauliklecks, Ketten-/Seilproblemen, blockierten Antriebsarmen, Wasser bei Elektronik, niedriger Spannung und überhitztem Antrieb.
Keine Hände in bewegende Steuermechanik legen, während jemand steuert. Klar sagen, wann Rad oder Pinne nicht bewegt werden dürfen.
Wenn Steuerung teilweise verloren ist
Wenn das Ruder noch etwas reagiert, langsam werden und Lasten klein halten. Wenn es blockiert, gebrochen oder weg ist, kann Notsteuerung mit Segeln, Drogue, Schleppleinen, Notruder, Motorschub oder Hilfe von außen nötig werden. Das ist bootsabhängig und sollte vor einer Passage geübt oder geplant werden.
- Segel reduzieren und Hochgeschwindigkeitssurfen vermeiden.
- Das Boot zuerst mit Segeltrim balancieren, bevor Gewalt benutzt wird.
- Beidrehen erwägen, wenn das Boot es sicher kann.
- Drogue, Schleppleine oder Seeanker nur vorbereiten, wenn es zur Lage passt und das Gerät stark genug ist.
- Früh Rat oder Hilfe rufen, wenn Land, Verkehr oder Wetter den Seeraum verkleinert.
Müdigkeit ist Teil des Fehlers
Ein funktionierender Autopilot versteckt, wie ermüdend Steuern sein kann. Fällt er aus, ändert sich die Passageplanung. Stunden oder Tage Handsteuerung können möglich sein, brauchen aber Ruhe, Essen, Wasser, Kleidung und einen konservativen Segelplan.
Nicht warten, bis der Steuermann erschöpft ist, bevor gerefft wird. Ein langsameres, balanciertes Boot kann der schnellste sichere Weg nach Hause sein.
Erst steuern, dann diagnostizieren
Ein ruhiges Boot mit reduzierter Segelfläche ist leichter zu prüfen, leichter zu reparieren und leichter sicher zu halten als ein schnelles Boot, das perfekte Steuerung verlangt.
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