Hinweis: Englisch ist der Quelltext. Korrekturen an Segel- und Fachbegriffen sind willkommen.
Segelsicherheits-Guides
Propellerfouling
Fischereigerät, Netze und Leinen im Propeller: erste Schritte, Driftkontrolle und sicheres Freikommen
Eine Leine im Propeller kann aus einer normalen Reise ein Motor-, Steuer-, Drift- und Tauchproblem machen.
Die gefährliche Minute ist oft die erste: Der Motor wird noch einmal probiert, die Wicklung zieht sich fester, das Boot driftet und es gibt noch keinen ruhigen Plan.
Grundsatz
Die Wicklung nicht fester ziehen
Wenn der Motor plötzlich anders klingt, stoppt, Schub verliert, stark vibriert oder das Boot dicht an Fischereigerät vorbeigefahren ist, gehe davon aus, dass etwas im Propeller sein kann.
Der erste Impuls ist oft vorwärts, rückwärts und wieder vorwärts. Manchmal löst das etwas Kraut. Manchmal zieht es Leine, Netz oder Angelschnur noch fester um die Welle, beschädigt die Dichtung, verbiegt etwas oder stoppt den Motor an einer schlechteren Stelle.
Erste Schritte
- Motor sofort in Neutral.
- Bei starker Vibration, keinem Schub oder klarer Wicklung keine weitere Motorkraft geben.
- Wind, Drift, Strom, Tiefe, Verkehr und Leeküste prüfen.
- Wenn möglich und sicher unter Segel kontrollieren.
- Anker früh vorbereiten, wenn flaches Wasser oder Gefahr nahe ist.
- Früh Hilfe rufen, wenn das Boot in Gefahr driftet oder Verkehr behindert.
- Mit dem Freimachen erst beginnen, wenn genug Sicherheitsmarge da ist.
Wie beim Motorausfall ist die erste Reparatur oft Seeraum. Erst das Boot aus der unmittelbaren Gefahr bringen, bevor jemand unter Deck oder ins Wasser geht.
Unter Stress
Die erste Entscheidung vor der Reparatur treffen
Ein Propeller mit Leine oder Netz fühlt sich wie ein mechanisches Problem an, aber die eigentliche Gefahr ist oft die Drift. Vor Werkzeug, Tauchen oder neuen Motortests muss klar sein, wie das Boot die nächsten zehn Minuten sicher bleibt.
Warnzeichen
- Plötzliche Motorlast, Vibration oder anderer Auspuffklang.
- Motor läuft, aber kaum oder kein Schub.
- Getriebe fühlt sich ungewöhnlich an.
- Welle oder Saildrive machen Geräusch, oder der Motor stirbt beim Einkuppeln ab.
- Sichtbare Leine, Boje, schwimmendes Tau, Netz, Reusenmarke oder Fischereigerät am Heck.
- Autopilot oder Ruder arbeiten plötzlich härter, weil das Boot langsamer wird oder giert.
Häufige Quellen
- Reusen-, Krabben- oder Hummerleinen.
- Schwimmende Leinen von Moorings oder Fischfarmen.
- Netze, Trawlreste oder verlorenes Fanggerät.
- Eigene Festmacher, Dinghy-Leine oder Schleppleine.
- Schoten und Kontrollleinen über Bord.
- Plastiksäcke, Gurte, Plane oder anderer Treibmüll.
Das Boot kontrollieren, bevor der Propeller geräumt wird
Ein blockierter Propeller bedeutet oft, dass dem Motor nicht vertraut werden kann. Das Boot muss wieder Segelboot werden. Bei Wind: zu Seeraum segeln. Bei Tiefe und wenig Raum: ankern. Bei Verkehr: rufen.
- Genug Segel setzen oder stehen lassen, um zu steuern, wenn die Bedingungen es erlauben.
- Segel reduzieren, wenn jemand an Deck oder im Wasser arbeiten muss.
- Früh ankern, bevor das Boot auf eine Leeküste oder in eine Hafeneinfahrt treibt.
- Geeignete Lichter/Signale zeigen oder nahe Fahrzeuge rufen, wenn das Boot nicht manövrieren kann.
- Schleppgeschirr vorbereiten, wenn Hilfe in den Hafen nötig werden kann.
Ohne Tauchen lösen
Manchmal lässt sich die Leine lösen, ohne dass jemand ins Wasser muss. Wenn das geht, ist es meist sicherer.
- Vom Heck, von der Badeplattform oder vom Dinghy schauen, wenn sicher.
- Bootshaken, langes Messer oder Hakenmesser nutzen, wenn das Boot ruhig genug liegt.
- Die Welle nur sehr vorsichtig von Hand bewegen, wenn der Motor sicher nicht starten kann.
- Finger aus allen Klemmstellen halten.
- Bei schwerer Wicklung nahe der Dichtung danach unbedingt inspizieren.
Tauchen ist keine kleine Entscheidung
Unter einem Boot zu tauchen ist gefährlich bei Wellen, Strom, kaltem Wasser, schlechter Sicht, Verkehr oder Müdigkeit. Es ist auch gefährlich, wenn jemand den Motor starten kann, weil der Plan missverstanden wurde.
- Motor stoppen und sicherstellen, dass niemand ihn starten kann.
- Zündschlüssel entfernen oder Startschalter sichtbar sichern.
- Eine Person beobachtet den Taucher die ganze Zeit.
- Sicherheitsleine nur verwenden, wenn sie nicht in den Propeller geraten oder den Taucher fangen kann.
- Nicht tauchen, wenn das Boot in Gefahr driftet.
Einhand: sehr genau überlegen, bevor du ins Wasser gehst
Einhand ändert sich das Risiko vollständig. Wenn du ins Wasser gehst und nicht wieder an Bord kommst, kann das Boot auch bei ruhigem Wetter wegdriften. Auf offenem Wasser ist vielleicht niemand nahe genug, um rechtzeitig zu helfen.
- Lieber freisegeln, ankern, Hilfe rufen oder Schlepphilfe organisieren, bevor du tauchst.
- Wenn du vom Wasser aus arbeiten musst, muss eine echte Wiedereinstiegsmöglichkeit bereits draußen und getestet sein.
- Vertraue keiner eingeklappten Badeleiter, die du vom Wasser aus nicht erreichen kannst.
- Bei Müdigkeit, Kälte, Wellen oder Strom kann Warten auf Hilfe die bessere Seemannschaft sein.
Werkzeuge, die bereitliegen sollten
Line Cutter helfen, beseitigen aber nicht das Risiko
Ein Cutter an Welle oder Propeller kann nützlich sein. Er kann manche Leinen oder Netze schneiden, bevor der Motor stoppt. Aber er ist keine Magie. Schweres Gerät, Stahl, Kette, dickes Netz oder viele Wicklungen können trotzdem festgehen.
- Nicht annehmen, dass alles gelöst ist, nur weil der Propeller wieder dreht.
- Nach vermutetem Kontakt Vibration, Schub, Wellendichtung und Getriebe prüfen.
- Wenn der Motor hart belastet oder gestoppt wurde, vor enger Hafeneinfahrt inspizieren.
Angelschnur kann Dichtungen beschädigen, auch wenn der Motor noch dreht
Dünne Angelschnur kann sich sehr fest um die Welle wickeln. Sie kann schneiden, schmelzen, in die Wellendichtung arbeiten oder genug Hitze und Druck erzeugen, um Gummi zu beschädigen. Der Propeller dreht vielleicht wieder, aber die Dichtung kann schon verletzt sein.
- Wellendichtung oder Saildrive-Dichtung sofort nach dem Freimachen prüfen.
- Nach einigen Minuten Motorlauf noch einmal prüfen.
- Auf neue Vibration, Geruch, Hitze, schwarzen Gummiabrieb, Tropfen oder steigendes Bilgewasser achten.
- Bei Zweifel am nächsten sicheren Stopp richtig inspizieren, bevor eine lange Motorstrecke beginnt.
Nach dem Freimachen
- Vorwärts und rückwärts zuerst vorsichtig bei niedriger Leistung testen.
- Wellendichtung oder Saildrive-Dichtung auf Wassereintritt prüfen.
- Getriebe und Motorlager prüfen, wenn der Motor hart gestoppt hat.
- Bilgewasser nach einigen Minuten erneut prüfen.
- Den Vorfall loggen und beim nächsten sicheren Stopp genauer kontrollieren.
Vor der Hafeneinfahrt nach einer Wicklung
Eine Hafeneinfahrt ist nicht der Ort, um zu entdecken, dass der Propeller noch schlechten Schub hat oder das Getriebe nur in eine Richtung arbeitet. Vorher testen.
- Vorwärts und rückwärts in offenem Wasser sanft testen.
- Prüfen, ob der Motor normal Last annimmt und das Boot normal reagiert.
- Fender, Leinen und Anker früher als gewöhnlich vorbereiten.
- Wenn der Schub unsicher ist, Schlepphilfe oder Hafenhilfe vor der Einfahrt organisieren.
Vorbeugung
- Dinghy-Leine beim Manövrieren kurz halten.
- Schoten und Kontrollleinen aus dem Wasser halten.
- In Fischereigebieten, Reusenfeldern und nahe Mooringleinen langsam fahren.
- Bei schlechter Sicht, nachts oder in dichten Reusenfeldern Ausguck am Bug stellen.
- Routen um dichte Reusenfelder planen, wenn Karten, Hafenhandbuch oder lokale Markierungen das ermöglichen.
- Beim Rückwärtsfahren nahe schwimmender Leinen besonders vorsichtig sein.
- Ein Messer oder Werkzeug mitführen, das nasse Leine wirklich schneiden kann.
Verbindung zu SailingKSF
Propellerfouling wird oft zu Motorausfall, Schleppen, Ankerwache oder Notnavigation. Es zeigt auch, warum ein Segelboot nie nur den Motor als Plan haben sollte.
Motorausfall Schleppen Auslaufcheck
Weiterlesen
Gute Quellen zum Vertiefen
- BoatUS: Removing fishline from props - Praktische Erklärung, wie Angelschnur sich wickeln, erhitzen und Wellendichtungen beschädigen kann, und warum Nachkontrolle wichtig ist.
- RNLI propeller-fouling rescue example - Ein reales Rettungsbeispiel, das zeigt, warum eine Leine im Propeller nicht nur Reparatur ist, wenn das Boot manövrierunfähig driftet.
- DAN safe boating and diver safety - Hinweise zur Tauchersicherheit, nützlich wenn jemand im Wasser nahe Rumpf, Propeller, Strom oder bewegtem Boot arbeiten soll.
- RNLI yacht sailing and motorboating safety - Praktische Sicherheitshinweise einer Rettungsorganisation, hilfreich für Rettungswesten, frühes Alarmieren, Vorbereitung und was Retter von dir brauchen.
- UK Marine Accident Investigation Branch - Offizielle Unfallberichte und Sicherheitsberichte. Nützlich, um zu sehen, wie kleine Entscheidungen, Ausfälle und Müdigkeit zu schweren Vorfällen werden können.
- World Sailing Offshore Special Regulations - Offshore-Regeln für Regatten, aber auch ein nützlicher strukturierter Maßstab für Sicherheitsausrüstung, Sturmvorbereitung, Notsteuerung, Rettungsinsel und Training.
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Die Artikel sind hilfreicher, wenn die eigenen Bootsdaten schon notiert sind.
- Speichere, wo Sicherheitsausrüstung, Werkzeug, Ersatzteile und Handbücher liegen.
- Erstelle eigene Checklisten für Nacht, Schwerwetter, Ablegen und Notfälle.
- Nutze Logbuchnotizen für Fehler, Scheuerstellen, Reparaturen und Schwachpunkte, die wieder geprüft werden müssen.
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Stoppen, stabilisieren, dann freimachen
Die erste Aufgabe ist nicht, den Propeller zu retten. Die erste Aufgabe ist, das Boot sicher zu halten, während der Skipper entscheidet, wie die Wicklung gelöst werden kann, ohne alles schlimmer zu machen.
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